wenn von kulturveränderung die rede ist, dann geht es gleichzeitig um machtverschiebung. menschen, die bislang wenig zu bestimmen hatten, haben (meist plötzlich) eine gewichtige position. kulturveränderung bedeutet, dass sich vieles umkehrt.
bottom up: ist im prinzip nichts anderes, als ein demokratisierungsprozess. wer “unten” ist, hat zu entscheiden, wer “oben” ist, hat das zur kenntnis zu nehmen und danach zu handeln.
peter drucker (der wohl wichtigste managmenttheoretiker des 20. jahrhunderts) sieht diese machtverschiebung bei den wissensarbeiterInnen begründet. je spezieller wissen wird, desto weniger können “von oben” INHALTLICH richtige entscheidungen getroffen werden. jede wissensarbeiterIn IST expertIn. wissensarbeiterInnen gewinnen an macht dazu.
machtverlust entsteht auf der managementseite. management kann immer seltener inhaltlich richtige entscheidungen treffen; noch weniger kann management prozesse (wie früher) vorausbestimmen oder voraussagen.
klar, dass das unangenehme botschaften fürs management sind. peter druckers prognose, dass wir in etwa 20 jahren 80% der managerInnen nicht mehr brauchen werden, wird gerne verschwiegen.
es gibt zu diesen themen kaum auseinandersetzungen. die möcht ich auf diesem wege finden
Bezueglich des Verschweigens der uns bevor stehenden Management”losen” Zukunft wuerd ich meinen, dass dies in Verbindung mit der Ratlosigkeit – wie man denn darauf reagieren soll – steht.
Wobei, persönlich denke ich, dass natuerlich der inhatliche Aspekt sich gewaltig ändern wird. An eine komplette Managementlose Zukunft denke ich hierbei aber wenig. Wohl eher an eine Verschiebung der benötigten Skills.
Denn “bottom up” ist schön und gut – doch wer soll diese Resultate die aus bottom up Prozesse entstehen, verarbeiten bzw. Prozess moderieren? Oder ist eine Moderation noch von grosser Bedeutung?
ja, bin mit dir weitgehend derselben meinung. weitgehend. “bottom up” ist schön und gut, genau, doch wo existieren “bottom up” strategien? ich denke, dass sich unternehmen und management deshalb so schwer tun mit den neuen phänomenen der wissensarbeit, weil es keine bottom up strategien gibt.
jedes projekt benötigt ein ziel. ansonsten ist das projekt sinnlos. projektziele lassen sich durchaus bottom up generieren. kann ein forschungsvorhaben top down die ziele formulieren? nur dann, wenn “oben” das inhaltliche know how ist. das ist mittlerweile selten.
eine pr strategie kann beispielsweise top down von den wirkungen, von den kosten vorgegeben sein. wie sie (inhaltlich) umgesetzt werden muss, das wissen nur die, die inhaltlich daran arbeiten. eine möglichkeit für eine bottom up strategie sehe ich genau darin, dass menschen sich überlegen, was die richtigen inhaltlichen aspekte und konzepte sind, das nach “oben” weitergeben und “durchrechnen lassen”.
was ich mit machtverschiebung meine, ist durchaus so formulierbar: wer gibt die ziele vor? die ziele können auch “bottom up” gefunden und definiert werden. vorausgesetzt, es gibt eine strategie, die solches erlaubt, hätten wir es mit einer umkehrung der produktionsprozesse und der geschäftsprozesse zu tun. die inhalte sind dann zuerst da, danach wird eine kundIn gesucht, die diese brauchen kann.
am wirklich freien markt des “internets” läuft es ja bereits so….